Gedanken zum Ausklang des Jahres und eine Bitte für das kommende Jahr:

"Divers" ist keine Anrede und auch kein Geschlecht.

Es ist einfach ein Geschlechtseintrag, der im Übrigen sehr ungünstig bezeichnet wurde.

Die korrekte Anrede für alle Menschen kann einfach lauten "Hallo $Vorname" oder "Guten Tag $Vorname $Nachname", egal für wen.

Ich bestehe nicht darauf, "Frau Michaela Müller" genannt zu werden, und ich fühle mich nicht schlecht, wenn auf das "Frau" verzichtet wird, wenn dadurch alle gleich behandelt werden.

Aber ganz sicher würde ich, wäre ich beispielsweise nichtbinär, nicht "Divers Michaela Maier" genannt werden wollen (wenn, wäre es eh "divergent", denn divers umfasst ja alle in ihrer ganzen Vielfalt).

Verzichtet auf geschlechtsspezifische Anreden. Fragt in Euren Kontaktformularen weder Anrede noch Geschlecht ab, wenn es dafür keinen unabdingbaren Grund gibt. Und den gibt es so gut wie nie.

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Als Antwort auf Michaela

@nicolai Nur "Hallo" ist aber ehrlich gesagt sehr unpersönlich. Ob jetzt ein Unterschied zwischen "Hallo Herr ABC XYZ" und "Hallo ABC XYZ" besteht, gute Frage. Aber passiert es wirklich, dass "Hallo Divers XYZ" geschrieben wird? Ich hätte gedacht dass in dem Fall einfach "Hallo ABC XYZ" kommt.

Wobei ein Problem gibt es: Frau/Herr wegzulassen geht nur mit Vorname.
"Hallo Müller" passt nicht.

Als Antwort auf f

@f @Pascal Dietrich @Michaela @Nicolai von Neudeck Ich habe einen ziemlich vollen Mailordner plus ein Bildarchiv mit solchen Mails und Briefen.

"Sehr geehrtes Divers $vorname $nachname“ - manchmal ohne $vorname
"Sehr geehrte Unbekannt $nachname“

"Hallo Divers $nachname" gab es auch schon.

Es scheint, dass sowohl Sachbearbeitende, als auch die für Text-Templates und Massenversand Verantwortlichen lieber einfach mal was raushauen, als sich zu informieren.

Mein Highlight sind ausgelagerte Druck/Versand-Dienste, die Datensätze ohne „gültige" (=binäre) Anrede als Fehler betrachten, aber sich die (teure) Rückfrage sparen, sondern Bezahl-Dienste nach der mutmasslichen Anrede anhand des Vornamens fragen… (Ja, das gibt's tatsächlich.)

Als Antwort auf Nicolai von Neudeck

Und ich finde das dauernde misgendering als nicht ehrerbietig.
Und selbst wenn ich einen Dr.-Titel habe den mensch nutzen könnte, wollen gefühlt 90% (in der Praxis vermutlich etwas weniger) mit Gewalt da ein "Frau" oder "Herr" noch einbauen.
Und "Sehr geehrte/r Divers Vorname Nachname" und ähnliches ist leider auch Alltag.

Und gesellschaftliche Konventionen können sich ändern.

Dieser Beitrag wurde bearbeitet. (1 Woche her)
Als Antwort auf ElleJay

Es ist noch nicht so lange her, da, war "Hochachtungsvoll" unter formellen Briefen in Deutschland Standard. Findet heute noch jemand das schwächere "Mit freundlichen Grüßen" unhöflich? Ähnlich das überholte "Fräulein" (das übrigens per Ministerialerlass abgeschafft wurde, huu, Sprachdiktatur!)

Sprachgefühl ist zweifellos ein Ding, aber Höflichkeitsnormen sind auch nicht in Stein gemeißelt. Objektiv unhöflich ist aber immer, jemanden mit falschem Geschlecht anzureden.

Apropos Sprachgefühl: Wer "Divers Müller" schreiben kann, ohne dass sich alles dagegen sträubt, sollte von Sprachgefühl schweigen. (Anwesende explizit nicht gemeint.)

Dieser Beitrag wurde bearbeitet. (1 Woche her)
Als Antwort auf Mab_813

@Mab_813 da muss eigentlich ein Titel hin und wenn schon keiner da ist zumindest sowas wie Herr oder Frau. Gerade als Österreicherin müsste das doch verständlich sein. Wir müssen halt was schickes anderes finden. Denn Inklusion und Anerkennung bedeuten auch, dass man nicht schlechter gestellt wird und auch bei den formellen Dingen vollständig mitgenommen wird
Dieser Beitrag wurde bearbeitet. (1 Woche her)
Als Antwort auf Nicolai von Neudeck

@nicolai
ein Titel, ist das dein Ernst?!!

Als Österreicherin finde ich die Titelgeilheit von manchen hier einfach furchtbar. Nicht alle Österreicher*innen sind titelversessen, und es ist höchste Zeit, das endlich zu ändern. Das ist doch einfach nur noch lächerlich!

Ich finde "Sehr geehrte*r" sehr höflich und was "Herr", "Dame" und alle Titel angeht, bin ich halt mal für etwas Fortschritt.

Als Antwort auf Nicolai von Neudeck

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Als Antwort auf Jaddy

@jaddy @Mab_813 mir ist deine Position schon klar. Ich habe schon 2005 in Texten mit dem Gendergap nach Steffen Kitty Hermann aus der Arranca gegendert. Asterisk kam erst etwas später auf. Und auch ein paar Seminare Genderstudies belegt. So ist es nicht. Ich habe auch nirgends behauptet, dass wir Herr und Frau unbedingt beibehalten müssen, sondern dass wir einen Titel brauchen, den wir nutzen können um nicht den Vornamen nehmen zu müssen. Das kann auch was ganz neues sein. Und Amazon, Ikea und eBay sind halt auch Paradebeispiele für Distanzlosigkeit und plumpe Vertraulichkeit. Es haben aber auch Leute, für die Herr oder Frau nicht passt, das Recht, mit dem gebührenden Respekt und ohne plumpe Vertraulichkeiten angeredet zu werden. Überspitzt gesagt: Es müssen alle am Wiener Opernball teilnehmen können und auch das Oberhaupt der Windsors muss Gender frei ausleben können
Als Antwort auf Nicolai von Neudeck

@jaddy @Mab_813 es reicht nicht aus, nur Lösungen für die Kontexte zu finden, wo sowieso nur eher wenig Macht und Privileg verhandelt wird. Damit es inklusiv und vollständig ist, braucht es auch Lösungen für vornehmste Zusammenhänge.

Ich weiß nicht, ob es dir klar ist, aber zum Beispiel die massive Transfeindlichkeit in England hängt auch von Lobbygruppen ab, die aktiv geworden sind, weil sich ein erstgeborener Sohn aber nur zweitgeborenes Kind bedroht fühlt wegen primogenitur über Titel und Estate einer adeligen Familie. Das erstgeborene Kind erwägte, den Geschlechtereintrag wechseln zu lassen. Das zieht sich mittlerweile deutlich durch globale blaublütige Allianzen über mehrere Kontinente. Da steht viel hinter.

Man muss die Probleme auch ganz oben lösen, sonst wird die Macht auf die Reihe oder andere Art auch immer dafür sorgen, dass unten nichts anerkannt wird.

Als Antwort auf Nicolai von Neudeck

Als Antwort auf Bärbel Schmidt

Als Antwort auf Bärbel Schmidt

Als Antwort auf Bärbel Schmidt

@Bärbel Schmidt Wenn es ganz persönlich ist: "Lieb* $vorname“ klingt toll 😊

Ansonsten nehm ich alles, wo Menschen mal kurz überprüft haben, dass sie kein explkizites oder implizites er/sie/es drin haben. Weder in der Anrede, noch im Text, in Endungen, usw. Das passiert leicht; „als unserem Lieblingskunden“… 🚨

Ich komme also gut klar mit zum Beispiel „geehrter“, „geehrt“, „lieb“, "lieber“, … aber auch „Hallo, $vorname [$nachname]“ oder dito mit „Guten Tag, …“ oder „Moin …“ 🙂

Als Antwort auf Michaela

Alle gleich finde ich einen wichtigen Punkt. Ich mag überhaupt nicht, wenn in einer Runde alle mit Herr/Frau vorgestellt werden und ich mit Vorname. Für solche Momente nutze ich "Pers". Ich verstehe auch, wenn Leute gerade im beruflichen ihren Vornamen nicht hören wollen. Zumal auch mein Vorname dysphorie auslösen kann. Finde einen Default auf Vorname Nachname daher auch nicht optimal.
Dieser Beitrag wurde bearbeitet. (1 Woche her)
Als Antwort auf Michaela

Freenet[oder wie die momentan auch immer heissen] bzw deren Werbepartner redet mich seit Jahren als "Frau Markus" an, weil da wohl bei der Übertragung der Kundendatenbank irgendwo ein Bit geflippt ist.. und trotz mehrerer Emails an den Support sind die offenbar unfähig, das zu korrigieren.
Irgendwie irritiert so ne falhsce Anrede deutlich mehr als wenn gar keine da stünde.