"Das generische Maskulinum fungiert als kognitiver „Flaschenhals“, der den Zugriff auf weibliche Informationen im Gehirn erschwert. Dass diese Studie über 12 Labore hinweg repliziert wurde, macht die Ergebnisse zu einem der robustesten Befunde der modernen Psycholinguistik."

Nachtrag: für Zweifel an den wissenschaftlichen Erkenntnissen bitte die Kommentarfunktion des Autor verwenden. Typen, die hier was von "Genderideologie" faseln, werden geblocked und gemeldet.

nullhypothese.substack.com/p/w…

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Als Antwort auf Somlu

Danke für den Link. Ich finde den Artikel bezüglich der Studien interessant.

Mich irritiert allerdings, dass der Autor allzu selbstverständlich unterstellt, es sei klar, was genau mit "gendern" bzw. geschlechtergerechter Sprache gemeint ist. Allzu oft wird auch die binäre Doppelnennung so bezeichnet, obwohl sie nicht-binäre /agender Menschen exkludiert, daher bleibt bei einigen Beispielen leider unklar, worum es in den Studien genau geht.

Ich frage mich außerdem, was die Verwendung des Asterisks wert ist, wenn gleichzeitig der Artikel die Existenz nicht-binärer / agender Menschen vollständig ausblendet. Das Sternchen wurde nicht erfunden, um Frauen sichtbar zu machen. Da reiht sich dieser Artikel leider in eine lange Reihe ein.

#Gendern #Entgendern #GeschlechtergerechteSprache

Als Antwort auf Somlu

@Somlu @heinsc Zweiter Punkt, wie Tillmann schreibt: „Der Marker wirkt wie ein kognitiver „Check“. Er zwingt das Gehirn dazu, die automatische, stereotype Assoziation kurz zu unterbrechen und die Kategorie „Frau“ aktiv mitzudenken.“ [und nichtbinäre Menschen vielleicht auch…]

Ein zu unauffälliger Marker tut das nicht. Soweit ich mich an „Genderlinguistik“ von Nübling und Kotthoff erinnere, ist z.B. das Binnen-I inzwischen weitgehend „verbrannt“, weil es nicht mehr wahrgenommen wird.

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Als Antwort auf Jaddy

@jaddy @heinsc ich bemühe mich, wo es geht mit dem Sternchen zu gendern. Aber mich überrascht immer wieder die kognitive Dissonanz, dass der Genderstern

1. nicht den Lesefluss beeinträchtigt

und gleichzeitig

2. das Gehirn zwingt, sich zu unterbrechen.

Ich kann nicht verstehen, wie beides gleichzeitig zutreffen kann. Nun ist die relevante Frage vielleicht, ob die Unterbrechung klein genug ist, um keine große Rolle zu spielen, aber das ist noch eine andere Frage.

Als Antwort auf Somlu

@baeuchle @jaddy @heinsc

Ich habe während meiner systemischen Ausbildung ein Buch angefangen, bei dem es sich speziell um Unterstützung von Paaren ging. Es war absolut heterosexistisch, es gab Fragen für "sie" und Fragen für "ihn" sonst nichts. Vielleicht waren da gute Fragen dabei aber ich war nicht in der Lage das Ding weiter zu lesen. Das Buch war so von Mitte der 10er Jahre, eigentlich wäre zu erwarten gewesen, dass die Autorin da weiter ist.

Als Antwort auf Somlu

@Somlu @Bjørn Bäuchle @heinsc Mich freut es immer, weil ich zumindest annehmen kann, dass sich wer bemüht hat. Ich bin nämlich so ein „diverses“ Sternchen, das sonst nirgends vorkommt.

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Als Antwort auf Michael Niki Knopp 🇪🇺 🐜 🏳️‍🌈

Als Antwort auf Somlu

@baeuchle @jaddy @heinsc

Ich habe ein Buch über die "österreichischen Spanienkämpfer" (sehr interessant!)

Es wird erwähnt, dass ja grundsätzlich in Spanien auf republikanischer Seite auch Frauen gekämpft haben. Es wird andererseits durchgängig immer nur die männliche Form verwendet.

Jedes Mal, wenn es um irgendeine Truppe geht, weiß ich nicht, ob es das generische Maskulinum ist oder ob in dieser Truppe echt nur Männer waren!

Find ich echt ärgerlich, dass der Autor, obwohl Wissenschafter, da so unpräzise war.

Als Antwort auf Bjørn Bäuchle

@baeuchle @jaddy @heinsc
Lesefluss und Lesbarkeit ist ja was anderes. Wenn man mit * oder _ gegenderte (bzw. entgenderte) Texte liest, behält man mehr, wobei der Effekt bei Männern stärker ist. Vielleicht ist es gerade wegen des etwas langsameren Lesens? Weiß man noch nicht. Getestet wurde mit Arzneimittelbeilagen. Jetzt muss ich schauen, welches der richtige Link ist, ich glaub der hier researchgate.net/publication/2…
Als Antwort auf GreenSkyOverMe (Monika)

@GreenSkyOverMe @jaddy @heinsc
Es ging hier weiter oben explizit um den Lesefluss. Und wenn der – absichtlich – unterbrochen wird, kann man nicht gleichzeitig behaupten, dass der Lesefluss nicht gestört werde.

Ich muss nicht überzeugt werden, dass gendern sinnvoll ist und viele gute Eigenschaften hat. Und dass nicht-gendern auch Probleme mit Lesbarkeit machen. Aber das macht meine eigentliche Aussage nicht verkehrt.

Als Antwort auf Bjørn Bäuchle

@Bjørn Bäuchle @GreenSkyOverMe (Monika) @heinsc @Somlu Ich interpretiere die zitierten Ergebnisse in Tillmanns Artikel so: Wenn du „Pilot“ liest, sieht dein Hirn deinen internen, stereotypischen, männlichen Piloten. Wenn du „Pilotin“ liest, produziert dein Hirn deine interne, stereotypische weibliche Pilotin. Bei „Pilot*in“ hast du noch kein Bild, aber die Wortbedeutung „Mensch fliegt Flugzeug“ erfasst du genau so schnell wie sonst.
Als Antwort auf Bjørn Bäuchle

@baeuchle @GreenSkyOverMe @jaddy @heinsc …generell interessanter Punkt mit dem Thema Lesefluss. Denke gerade so darüber nach und komme irgendwie zu dem Schluss, dass ein „ungestörter“ Lesefluss an sich schon nicht unbedingt was Gutes ist, oder überhaupt auf einen gut geschriebenen Text hinweist. Texte bei denen mein Lesefluss nicht zwischendurch immer mal wieder „gestört“ wurde, würde ich für mich eher in die Kategorie „belanglos“ sortieren, da ich anscheinend über keine Punkte gestoßen bin, über die ich zwischendurch mal nachdenken musste. So Texte halt, die ich schnell runterlesen konnte und dir in 5min nicht mehr sagen kann, was ich da eigentlich gelesen hab.
Als Antwort auf Bjørn Bäuchle

@baeuchle @GreenSkyOverMe @jaddy @heinsc …hmm irgendwie habe ich das Gefühl dass dieses Wort „stören“ irgendwie nicht so ganz passen will, mir fällt gerade nichts wirklich besseres ein. Ich werde aufmerksam auf ein Wort in einem Satz da es anders geschrieben wurde oder z.B. in mir eine starke Assoziiation auslöst. Wurde ich in meinem Lesefluss „gestört“? Ich wünschte echt etwas besseres Vokabular bei der Hand zu haben 😅. Könnte es auf eine ungenaue Sprache zurückzuführen sein was den Punkt betrifft? Also der Widerspruch löst sich dahingehend auf, dass in einem der Fälle der Ausdruck „stören“ mit etwas passenderen ersetzt wird?
Als Antwort auf Somlu

Alle, die mit dem generischen Maskulinum gut klar kommen, weil sie damit auch gemeint sind - oder sich damit gemeint fühlen - und sich nicht mitgemeint fühlen müssen, sollten bei Einwänden gegen das Entgendern der Sprache einfach mal ein bisschen zurückhaltender sein.

Ihnen fehlt schlicht die Erfahrung, wie sich die Welt anfühlt, wenn eins sich das mitgemeint sein ständig erschließen muss.

Änderung zwischen den Spiegelstrichen oben, aus Gründen :)

Dieser Beitrag wurde bearbeitet. (20 Stunden her)
Als Antwort auf Somlu

und wer Probleme mit den (Ver-)Änderungen der Sprache hat:

Solchen Leute drücke ich gern ältere deutsche Texte in die Hand und sie dürfen mal vorlesen. Und dann kann man mit mir gern diskutieren, warum wir dieses schöne alte Deutsch heute nicht mehr verwenden, sondern so eine verschandelte Sprache.

(und ich meine nicht alt, sondern nur ältere Texte - weil richtig alt verstehe ich ab einen gewissen Level auch nicht mehr)

Dieser Beitrag wurde bearbeitet. (3 Tage her)