"Das generische Maskulinum fungiert als kognitiver „Flaschenhals“, der den Zugriff auf weibliche Informationen im Gehirn erschwert. Dass diese Studie über 12 Labore hinweg repliziert wurde, macht die Ergebnisse zu einem der robustesten Befunde der modernen Psycholinguistik."
Nachtrag: für Zweifel an den wissenschaftlichen Erkenntnissen bitte die Kommentarfunktion des Autor verwenden. Typen, die hier was von "Genderideologie" faseln, werden geblocked und gemeldet.
nullhypothese.substack.com/p/w…
Warum ich gendere: Die Evidenz
Gendern in der deutschen Sprache: Was 10 Jahre Forschung zeigenSebastian Tillmann (Nullhypothese)
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fink
in reply to Somlu • • •Danke für den Link. Ich finde den Artikel bezüglich der Studien interessant.
Mich irritiert allerdings, dass der Autor allzu selbstverständlich unterstellt, es sei klar, was genau mit "gendern" bzw. geschlechtergerechter Sprache gemeint ist. Allzu oft wird auch die binäre Doppelnennung so bezeichnet, obwohl sie nicht-binäre /agender Menschen exkludiert, daher bleibt bei einigen Beispielen leider unklar, worum es in den Studien genau geht.
Ich frage mich außerdem, was die Verwendung des Asterisks wert ist, wenn gleichzeitig der Artikel die Existenz nicht-binärer / agender Menschen vollständig ausblendet. Das Sternchen wurde nicht erfunden, um Frauen sichtbar zu machen. Da reiht sich dieser Artikel leider in eine lange Reihe ein.
#Gendern #Entgendern #GeschlechtergerechteSprache
heinsc
in reply to Somlu • • •Das Einzige, bei dem ich Zweifel hege, ist die Verneinung der Beeinträchting beim Lesen durch den "*". Hier behaupte ich, dass z.Bsp. Treema-Punkte (ï) oder Akzents (í) den Lesefluss gegenüber dem "*" erhöhen, ohne dass die Wirkung des Genderns verloren geht.
Beispiele: Leserïnnen, Schülerínnen
Somlu
in reply to heinsc • • •@heinsc
Sehe ich so, das Sternchen hat noch eine Bedeutung, weil es für "wildcard" steht und so aus der queeren Community kommt. Das aus vermeintlich "ästhetischen" Gründen zu ändern, zerstört die wildcard Bedeutung und da ich diese Ästhetikdiskussion zuerst aus dem weißen cis hetero Feuilleton mitgekommen habe, reagiere ich auf diese Änderungen ziemlich allergisch
Jaddy
in reply to Somlu • •@Somlu @heinsc Zweiter Punkt, wie Tillmann schreibt: „Der Marker wirkt wie ein kognitiver „Check“. Er zwingt das Gehirn dazu, die automatische, stereotype Assoziation kurz zu unterbrechen und die Kategorie „Frau“ aktiv mitzudenken.“ [und nichtbinäre Menschen vielleicht auch…]
Ein zu unauffälliger Marker tut das nicht. Soweit ich mich an „Genderlinguistik“ von Nübling und Kotthoff erinnere, ist z.B. das Binnen-I inzwischen weitgehend „verbrannt“, weil es nicht mehr wahrgenommen wird.
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Bjørn Bäuchle
in reply to Jaddy • • •@jaddy @heinsc ich bemühe mich, wo es geht mit dem Sternchen zu gendern. Aber mich überrascht immer wieder die kognitive Dissonanz, dass der Genderstern
1. nicht den Lesefluss beeinträchtigt
und gleichzeitig
2. das Gehirn zwingt, sich zu unterbrechen.
Ich kann nicht verstehen, wie beides gleichzeitig zutreffen kann. Nun ist die relevante Frage vielleicht, ob die Unterbrechung klein genug ist, um keine große Rolle zu spielen, aber das ist noch eine andere Frage.
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Somlu
in reply to Bjørn Bäuchle • • •@baeuchle @jaddy @heinsc
Bei mir ist es soweit, dass es meinen Lesefluss stört, wenn ich mir ständig erarbeiten muss, dass ich mitgemeint bin.
Somlu
in reply to Somlu • • •@baeuchle @jaddy @heinsc
Ich habe während meiner systemischen Ausbildung ein Buch angefangen, bei dem es sich speziell um Unterstützung von Paaren ging. Es war absolut heterosexistisch, es gab Fragen für "sie" und Fragen für "ihn" sonst nichts. Vielleicht waren da gute Fragen dabei aber ich war nicht in der Lage das Ding weiter zu lesen. Das Buch war so von Mitte der 10er Jahre, eigentlich wäre zu erwarten gewesen, dass die Autorin da weiter ist.
Bjørn Bäuchle
in reply to Somlu • • •Somlu
in reply to Bjørn Bäuchle • • •@baeuchle @jaddy @heinsc
War nur eine Ergänzung zu meinem Beitrag vorher.
Jaddy
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Michael Niki Knopp 🇪🇺 🐜 🏳️🌈
in reply to Jaddy • • •Habe mal wo gelesen, dass für blinde Menschen der : besser ist, weil beim automatischen vorlesen das für sie verständlicher verarbeitet wird. Aber bin mir nicht sicher ob das so stimmt.
Bjørn Bäuchle
in reply to Michael Niki Knopp 🇪🇺 🐜 🏳️🌈 • • •Jaddy
in reply to Michael Niki Knopp 🇪🇺 🐜 🏳️🌈 • •@Michael Niki Knopp 🇪🇺 🐜 🏳️🌈 @heinsc @Bjørn Bäuchle Am besten von der Quelle selbst: dbsv.org/gendern.html
—— Zitat
... show moreDer Doppelpunkt steht auf einer Liste nicht empfohlener Gender-Kurzformen des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes. Gründe sind Probleme beim Vorlesen – sei es durch einen Computer oder durch eine Person – und bei der Darstellung in Blindenschrift. Trotzdem wird der Doppelpunkt als eine besonders blin
@Michael Niki Knopp 🇪🇺 🐜 🏳️🌈 @heinsc @Bjørn Bäuchle Am besten von der Quelle selbst: dbsv.org/gendern.html
—— Zitat
Der Doppelpunkt steht auf einer Liste nicht empfohlener Gender-Kurzformen des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes. Gründe sind Probleme beim Vorlesen – sei es durch einen Computer oder durch eine Person – und bei der Darstellung in Blindenschrift. Trotzdem wird der Doppelpunkt als eine besonders blinden- und sehbehindertenfreundliche Form des Genderns dargestellt. Grund ist vermutlich die Annahme, dass der Doppelpunkt von Screenreadern standardmäßig nicht vorgelesen werde, weil er im Gegensatz zu Stern und Unterstrich kein Sonderzeichen, sondern ein Interpunktionszeichen ist. Abgesehen davon, dass dies von den Screenreadern unterschiedlich gehandhabt wird, hat der Doppelpunkt jedoch wichtige Funktionen, weshalb viele blinde und sehbehinderte Menschen ihn sich vorlesen lassen. Das Unterdrücken des Doppelpunktes führt zudem zu einer längeren Pause als das Unterdrücken anderer Zeichen. So kann der Eindruck entstehen, der Satz sei zu Ende.
—— Ende
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Michael Niki Knopp 🇪🇺 🐜 🏳️🌈
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Mab_813
in reply to Somlu • • •@baeuchle @jaddy @heinsc
Ich habe ein Buch über die "österreichischen Spanienkämpfer" (sehr interessant!)
Es wird erwähnt, dass ja grundsätzlich in Spanien auf republikanischer Seite auch Frauen gekämpft haben. Es wird andererseits durchgängig immer nur die männliche Form verwendet.
Jedes Mal, wenn es um irgendeine Truppe geht, weiß ich nicht, ob es das generische Maskulinum ist oder ob in dieser Truppe echt nur Männer waren!
Find ich echt ärgerlich, dass der Autor, obwohl Wissenschafter, da so unpräzise war.
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Somlu
in reply to Mab_813 • • •@Mab_813
yep, das ist das Ding mit den 99 Lehrerinnen und einem Lehrer und schon sind es 100 Lehrer. Gutes Argument das auch als unpräzise zu beschreiben.
@baeuchle @jaddy @heinsc
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GreenSkyOverMe (Monika)
in reply to Bjørn Bäuchle • • •Lesefluss und Lesbarkeit ist ja was anderes. Wenn man mit * oder _ gegenderte (bzw. entgenderte) Texte liest, behält man mehr, wobei der Effekt bei Männern stärker ist. Vielleicht ist es gerade wegen des etwas langsameren Lesens? Weiß man noch nicht. Getestet wurde mit Arzneimittelbeilagen. Jetzt muss ich schauen, welches der richtige Link ist, ich glaub der hier researchgate.net/publication/2…
Bjørn Bäuchle
in reply to GreenSkyOverMe (Monika) • • •@GreenSkyOverMe @jaddy @heinsc
Es ging hier weiter oben explizit um den Lesefluss. Und wenn der – absichtlich – unterbrochen wird, kann man nicht gleichzeitig behaupten, dass der Lesefluss nicht gestört werde.
Ich muss nicht überzeugt werden, dass gendern sinnvoll ist und viele gute Eigenschaften hat. Und dass nicht-gendern auch Probleme mit Lesbarkeit machen. Aber das macht meine eigentliche Aussage nicht verkehrt.
Jaddy
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Bjørn Bäuchle
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GW170817
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Jaddy
in reply to GW170817 • •@GW170817 @Bjørn Bäuchle @GreenSkyOverMe (Monika) @heinsc Ich biete „Musterunterbrechung" an.
Es unterbricht das gewohnte Lese- und Denkmuster für eine kurze Reflexion und Justierung des Inhalts.
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Somlu
in reply to Somlu • • •Alle, die mit dem generischen Maskulinum gut klar kommen, weil sie damit auch gemeint sind - oder sich damit gemeint fühlen - und sich nicht mitgemeint fühlen müssen, sollten bei Einwänden gegen das Entgendern der Sprache einfach mal ein bisschen zurückhaltender sein.
Ihnen fehlt schlicht die Erfahrung, wie sich die Welt anfühlt, wenn eins sich das mitgemeint sein ständig erschließen muss.
Änderung zwischen den Spiegelstrichen oben, aus Gründen :)
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echopapa
in reply to Somlu • • •und wer Probleme mit den (Ver-)Änderungen der Sprache hat:
Solchen Leute drücke ich gern ältere deutsche Texte in die Hand und sie dürfen mal vorlesen. Und dann kann man mit mir gern diskutieren, warum wir dieses schöne alte Deutsch heute nicht mehr verwenden, sondern so eine verschandelte Sprache.
(und ich meine nicht alt, sondern nur ältere Texte - weil richtig alt verstehe ich ab einen gewissen Level auch nicht mehr)