Was ich aus den queeren Communities seit zwei Tagen höre, sind vor allem Wut über die Heuchelei von PolitikerInnen und Kritik an der in Worten und Taten queerfeindlichen Regierungspolitik.

Was ich in den redaktionellen Medien heute ausschließlich höre, sind Forderungen nicht-queerer Menschen zu Strafrecht, Migrationspolitik, Überwachung, Polizei.

Queere Menschen dürfen als Trauernde auftauchen, aber nicht als Wütende oder Fordernde. Schon gar nicht werden die faktischen Hintergründe der Wut genannt. Wir dürfen Opfer sein, denen verlogen der Kopf getätschelt wird, aber keine ernstzunehmenden politischen Subjekte mit konkreten Forderungen an Politik und Gesellschaft.

Unsere Stimmen sind in den redaktionellen Medien fast nirgends zu hören - jedenfalls nicht der unangenehme Teil.

Medien sollen alle Stimmen abbilden? Das gilt offenbar nur für Rechte.

#CSDBerlin #Journalismus #LGBTQIA*

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Als Antwort auf fink

Die 4. Macht, die sich in Händen von ein paar Auserwählten befindet, hat eigene Interessen.

Egal welches Ereignis: Es werden immer dieselben Kanäle befragt.
Oft endet Journalismus bei der völlig unkritischen Übernahme der Polizeimeldungen.

Dann werden die gehört, die man immer hört: Parteifuzzis, "Experten", die schon ihr Instant-Süppchen aufgewärmt haben: Mehr Überwachung, mehr Befugnisse etc.

Zu Betroffenen besteht kein Draht. Man spricht über Opfer, um sie für PR zu nutzen.

Als Antwort auf fink

Es ist so passend, dass am selben Tag, als in Berlin die Betroffenen trauerten, diejenigen, deren Gesetze, deren Politik den Rassismus legalisierten und institutionalisierten und stets normalisieren, der Mörder wie den von Berlin produziert, in Bayreuth der Eröffnung der Festspiele zu Ehren eines Antisemiten beiwohnten und einer Rede lauschten, die Michel Friedmann in unerklärlicher Selbsterniedrigung vor ebendiesen Leuten hielt. Deutschland im Herbst, zweiter Teil.
Als Antwort auf fink

Als Antwort auf fink

@dielinke @dielinke_hannover
Es ist dieselbe Problematik wie bei Menschen, die sich für
Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit einsetzen: so lange diese Menschen ihre politische Kraft nicht in einer Bewegung oder Partei bündeln, sind die reaktionären Kräfte der Gesellschaft im Vorteil. Warum gibt es in Deutschland keine LGBTQIA+ Partei?
Als Antwort auf Frank Loock

@FrankLoock
Weil die diverse Gruppe queerer Menschen sich weder auf allgemeine politische Ziele noch auf eine gemeinsame queerpolitische Strategie einigen könnte.

Würde ich z.B. mit den Leuten aus der LSU sinnvoll zusammen arbeiten können? Ziemlich sicher nicht.

Ich glaube aber eh nicht mehr daran, dass Parteien innerhalb dieses Systems die Veränderungen erreichen könnten, die ich möchte. Daran sollen sich gerne andere versuchen.

Als Antwort auf Frank Loock

Als Antwort auf fink

Och bekomme aktuell medial nicht alles mit - aber mir fällt auf wie schräg der Fokus ganz schnell gesetzt war, politisch und von den Medien: es geht um Islamismus (ja, auch ein echtes Problem, und besonders für Queers. Wird hier aber instrumentalisiert), Strafverschärfung, usw.
Worum es nicht geht in der Berichterstattung ist die Lebenswelt von Queers, die alltäglichen Bedrohungen, nicht nur von Islamisten.
Als Antwort auf fink

Und dazu noch die ganze Wut aus dem rechten Lager, wenn man genau jetzt irgendwie Nazis schlecht redet oder sie irgendwie damit in Verbindung bringt. In den letzten Jahren liefen so viele Beiträge, in denen gezeigt wurde, wie Jugendliche von Nazis UND Islamisten geködert werden und sich radikalisieren, auf die gleiche Weise. Warum darf ich das nicht gleich behandeln? Immerhin gab es so viele körperliche Übergriffe von Rechts auf queere Menschen. Beides muss bekämpft werden.