Und wieder ein Verbot mehr...
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Bildungsministerium verhängt Genderverbot
Bildungsministerin Karin Prien versucht sich als Kulturkämpferin: Bestimmte geschlechtergerechte Sprachformen sollen deshalb ab sofort in ihrem Ministerium verboten sein. (Politik - Deutschland)queer.de
Liz
Als Antwort auf queer.de • • •Elwid
Als Antwort auf queer.de • • •Clu | #RipNatenom 🕯
Als Antwort auf queer.de • • •Ich habe diesen „alternativen Fakten“-Verbreiter*innen und Kulturkrieger*innen nie auch nur eine Silbe geglaubt. Aus Gründen. Und wenig überraschend: Leider wieder recht behalten.
#CDUUnwählbar #CDUIstMitgemeint #CDUIstTeilDesProblems
Denis
Als Antwort auf queer.de • • •Ich finde es schade, dass so ein Verbot nötig ist. Allerdings bin Ich genauso gg. diese Gendersprache.
Ich kenne niemanden, der irgendein Geschlecht ausgrenzen möchte, wenn er beispielsweise abstrakt formuliert ganz allgemein von Politikern spricht, ohne dabei dieses Innen anzuhängen.
Der Verlust der Fähigkeit sich in so einem Fall auch als Frau oder XYZ mitangesprochen zu fühlen, ist bedauernswert, aber kein Grund die Schönheit unserer Sprache zu zerstören.
Jaddy
Als Antwort auf Denis • •@Denis Verehrter Freund der schönen Rede,
O wie sehr schlägt mein Herz für die Pracht der Sprache, in der wir spielen wie Kinder im bunten Garten der Worte! Doch ach, heute fehlt uns jener prunkvolle Fundus an fremdländischen Lehnwörtern und klassischen Phrasen, den einst die Gebildeten und Wissenden des neunzehnten Jahrhunderts mit französischem Esprit, lateinischer Würde und griechischer Anspielung bereicherten.
Wir leben in einer Zeit, da der gemeine Mensch unter Bergen von Gebrauchsanleitungen, Amtsbriefen, Regelkatalogen und Vertragswerken ächzt. Würden wir nun unsere Gespräche in eitles Ornament hüllen, so gerieten sie rasch zur Last und nicht zur Freude der Lesenden. Vielmehr verlangt das Zeitalter Klarheit, damit der Gedanke ungehindert fließe.
Denn auch die reine Funktion vermag Schönheit zu tragen. Ein wohlgefügter Satz, ein treffliches Wort am rechten Ort sind Kunst genug, wenn
... mehr anzeigen@Denis Verehrter Freund der schönen Rede,
O wie sehr schlägt mein Herz für die Pracht der Sprache, in der wir spielen wie Kinder im bunten Garten der Worte! Doch ach, heute fehlt uns jener prunkvolle Fundus an fremdländischen Lehnwörtern und klassischen Phrasen, den einst die Gebildeten und Wissenden des neunzehnten Jahrhunderts mit französischem Esprit, lateinischer Würde und griechischer Anspielung bereicherten.
Wir leben in einer Zeit, da der gemeine Mensch unter Bergen von Gebrauchsanleitungen, Amtsbriefen, Regelkatalogen und Vertragswerken ächzt. Würden wir nun unsere Gespräche in eitles Ornament hüllen, so gerieten sie rasch zur Last und nicht zur Freude der Lesenden. Vielmehr verlangt das Zeitalter Klarheit, damit der Gedanke ungehindert fließe.
Denn auch die reine Funktion vermag Schönheit zu tragen. Ein wohlgefügter Satz, ein treffliches Wort am rechten Ort sind Kunst genug, wenn sie dienen, leiten und beleuchten.
Die neueste Wissenschaft der Rede, Psycho-Linguistik genannt, zeigt uns, dass die Form unserer Rede Bilder im Gemüt erweckt.
Ruft man nach „Schauspielern“, so erklingen fast ausnahmslos Männernamen; spricht man von „Schauspielerinnen und Schauspielern“, so treten die weiblichen deutlicher hervor.
An der Kranken Lager wiederum wendet man sich an den Mann als „Arzt“ und an die „Schwester“, wenn uns die Person weiblichen Geschlechts dünkt. Ersteres mag den Pfleger erheitern, doch letzteres ist stetiger Verdruss der Ärztin.
Auch diese Rätselfrage offenbart uns stets auf neue: Unsere Rede birgt Vorurteil in sich. rosa-hellblau-falle.de/raetsel…
Dies unscheinbare Spiel der Formen nährt eine Wort-Gewohnheit, welche das nicht-männliche - Frauen und alle zwischen und ausserhalb der binären Geschlechter - gleichsam aus dem Blicke drängt. Ob wir’s wollen oder nicht, wächst in uns ein heimlicher Vorzug des Männlichen, der in befördernden Ämtern, in Bauten, Gewerken und Gefügen, und selbst in kommunalen Plänen zur Schneeräumung seine Spuren hinterläßt; sheconomy.media/invisible-wome…
Das Buch, auf das jener Beitrag hinweist, bietet mannigfaltige Einsichten und Beispiele in die unbedachte und doch regelmässige Beschädigung der nicht-männlichen Personen.
Kurzum: Die Gewalt der männlichen Sprachform erhebt sich wie ein unsichtbares Bollwerk, das jene verschließt, die im Schatten des Generikums stehen. Ob wir beabsichtigen zu trennen oder nicht – die Wissenschaft enthüllt unbestechlich diese Ungerechtigkeit.
Mein dritter Gedanke nun wendet sich der Erkenntnis zu, daß die Ordnung der Geschlechter in jeder Hinsicht und Betrachtung weit reicher ist als das enge Duo von Mann und Weib. So zeigen Erhebungen, daß ein Anteil von ein bis drei Menschen auf hundert weder ganz dem einen noch dem andern Geschlecht allein zugehört – und bei den Jüngeren nimmt diese Zahl gar merklich zu. Merkwürdig ist’s: Nur halb so viele von hundert tragen rotes Haar oder haben smaragdgrüne Augen, oder besitzen gar den ehrwürdigen Doktorgrad; und doch raunen wir hier von jenen wenigen „Sternchen“, die doch im großen Chor der Menschheit gar nicht so selten sind.
Es ist ein Lichtstrahl unserer Rechtsordnung, den das ehrwürdige Bundesverfassungsgericht in seinen entschiedenen Urteilen geworfen hat: Gleiches Recht auf Teilnahme und Ansprache gilt für alle, gemäss ihrer Art, ungeachtet ihrer geschlechtlichen Zugehörigkeit, verankert in Artikel 3, Absatz 3 unseres Grundgesetzes. Neben Mann und Frau erblühen seither zwei weitere amtliche Optionen für jene, die sich jenseits des hergebrachten Binärs finden. Mit diesen neuen Stimmen sind wir gerufen, achtsam umzugehen, statt sie im Schatten alter Gewohnheit darben zu lassen.
Denn das einsame Regiment der rein männlichen Form vermag nicht, die Fülle menschlicher Identität zu umfassen. Und obgleich manche gutmeinende Doppelnennung das Herz erwärmen mag, vermag sie gleichermaßen Wunden zu schlagen und entbehrt gleichzeitig der verfassungsgemäßen Weite. Dies ist keineswegs eine Frage bloßer Meinung oder sprachlicher Ästhetik, sondern eine Frage grundgesetzlicher Herzenspflicht. Bereits wurden störrische Unternehmen von der Rechtsprechung gerügt: Wer die nichtbinären Geister aus seinem Wortgebrauch ausschließt, entfremdet sich von der gebotenen Verfassungstreue.
So stehen wir nun vor jener reizvollen Aufgabe, eine Rede zu schmieden, die alle Formen des Seins umspannt, ohne im Gewirr neuer Zeichen die Klarheit einzubüßen. Manch einer von uns hat sich im Laufe der Jahre in neutralen Wendungen geübt; doch gestehe auch ich, dass mir mitunter das zarte Sternchen als Retter in der Not erscheint. Ein Zeichen dafür, dass unser Wortraum jene Geister nicht länger unsichtbar dulden darf. Selbst das ehrwürdige „Leut“ - im Duden verzeichnet seit alter Zeit - ruft uns zu: Wir vermögen spielerisch alter Sprachschätze zu gedenken und doch Neues zu wagen.
Glaubt nicht, inklusive Sprache sei öde! Sie kann hell erklingen, klar leuchten und doch zart im Ton sein. Ein wenig anfängliche Mühe nur verlangt sie, um unsere Worte den veränderten Verhältnissen angemessen zu kleiden. Doch lohnt sie sich, auch als Beweis unserer sprachlichen Kunstfertigkeit.
Wer hingegend das Maskulin oder die bloße Doppelnennung als hinreichend preist, irrt nicht nur in der Sache und leugnet die verfassungsmässige Pflicht, sondern verrät die eigene Scheu vor der wachsenden Vielfalt. Hinter dem Schirm der „unseren schönen Sprache“ verbirgt sich allzu oft nur die Absicht, Gleichstellung und Diversität zu unterdrücken. Solche Floskeln sind wie rote Segel am Horizont – ein mahnendes Zeichen davon, dass wir mit offenem Herzen und wachem Geist unsere Sprache befreien müssen, damit alle, die hier wandeln, in ihren Worten zuhause sind.
So schließe ich in Demut vor den alten Meistern und in Hoffnung für die künft’gen Sprachgestalter: Möge uns die Kunst des Ausdrucks führen zu jenem Gleichklang, in dem alle Stimmen, männlich, weiblich und darüber hinaus, zu einem Chor der Menschlichkeit verschmelzen.
Salticidea mag das.
Salticidea hat dies geteilt.