Fundstück. Es geht um aktivistischen Burn-Out durch eigene Überforderungen, Überwältigung durch die Welt und mangelnde Belohnung.
siegessaeule.de/magazin/commun…
Ersetze queer durch deine eigenen Themen, es passt da auch.
Das erwähnte Buch „Queerfulness" ist ... poetisch, bunt, wundervoll - gleichzeitig nicht praktisch verwendbar; was vermutlich auch der Art der Autorin widerspräche. Daher habe ich mir aus beidem was stricken lassen und hier veröffentlicht: blog.enby-box.de/20260831_quee…
Einen Abschnitt aus „Queerfulness" möchte ich aber wiedergeben:
—— Zitat
Das Zauberwörtchen trans
Unsere vielen, immer neuen Identitäten machen die Reinheitsverwaltung wahnsinnig. Dort kommt man gar nicht hinterher, all die bunten Schmetterlinge aufzuspießen und hinter Glas zu sortieren. Und ehe man sich’s versieht, flattert schon die nächste Identität durchs offene Fenster herein und ihre Flügel sind wieder mit neuen Flaggenfarben gemustert. Nicht einmal einer Fahne können diese Queers gerade hinterherlaufen! Too cute to even walk straight. Nun müssen wir aufpassen, dass dieses Kunststück uns nicht an neue Grenzen führt und all die Buchstabengrüppchen sich gegenseitig bekämpfen. „Herrsche und teile“ raunt es dann aus der faschistoiden Ecke, und man reibt sich dort schon die Hände.
Es gibt ein Zauberwort, das uns retten kann, und es heißt trans. Nicht nur wie in transgender, sondern auch wie in transkulturell, transparent, transzendent und – wenn ihr mögt – auch transpirierend. Lange Zeit arbeitete man in der politischen Bildung interkulturell. Das heißt, Kulturen begegneten einander und bauten Ressentiments ab. Am Ende hielt man einen Abschlussabend und erwartete, dass die Italiener*innen von amore sangen, die Griech*innen Sirtaki tanzten, die Russ*innen ihre Gläser an die Wand warfen und die Deutschen sich wieder winden würden, weil sie weder eine Tracht tragen könnten noch ein Volkslied singen.
Doch an einem dieser Abende, an dem ich in guter deutscher Tradition damit beschäftigt war, mich zu winden wie ein Buschwindmöschen, trat ein junger Mann auf. Seine russische Mutter und sein saudi-arabischer Vater waren gemeinsam nach Deutschland migriert. Er selbst sprach fließend Deutsch, war gläubiger Muslim und hatte sich entschieden zu zeigen, worin er richtig gut war: Karate. Da stand dieser blonde, bleiche Knabe mit seinem schwarzen Gürtel im Scheinwerferlicht und benannte alle Hiebe und rituellen Gesten, die er vorführte, in wohlklingendem Japanisch.
Und plötzlich begriff ich das Konzept der Transkulturalität. Während das Wort inter noch zwischen zwei klar abgegrenzten Bereichen vermitteln will, hat trans die Grenzen längst überschritten, hat Identitätsstückchen mit einem Transporter hin- und hertransferiert, Sprachgrenzen mit einer Translation übersetzt, Genre-Grenzen transgressiv aufgelöst und den Transatlantik überflogen.
—— Ende
#LGBTQ #trans #Aktivismus
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Anna und Dorothea Mann haben dies geteilt.
Dorothea Mann
Als Antwort auf Jaddy • • •Danke! Finde ich sehr inspirierend 🙏♥️
Jaddy
Als Antwort auf Jaddy • •Der Siegessäule Beitrag zum Thema Aktivismus-Burn-Out und die Artikel der letzten Tage:
• Perspective Daily: „Vor den Wahlen in Ostdeutschland: Was wir von Ungarn lernen können, bevor es zu spät ist“
• Krautreporter: „ Das kannst du als Lehrkraft tun, wenn die AfD regiert. Eine Anleitung zum Widerstand in fünfeinhalb Schritten“
• GEW Sachsen-Anhalt: „Überlebensfibel. Rechtsleitfaden für Lehrkräfte in Sachsen-Anhalt“
Es scheint, bisher eher flauschige Teile der Zivilgesellschaft schalten auf Überleben im Widerstand.
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Harvestmouse, dyke und Chubbypunk haben dies geteilt.